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Im Jahre 1936 übernahm Pastor Karl Sorge die Pfarrstelle II. Nach seiner Soldatenzeit von 1939-1945 und der Kriegsgefangenschaft bis 1949 übernahm er wieder seine Pfarrstelle. Er hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, einen Posaunenchor zu gründen, da im gesamten Kirchspiel Eschershausen bislang kein derartiger Chor existierte. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Es mussten die Menschen gefunden werden, die Blechblasinstrumente erlernen wollten oder bereits beherrschten, Instrumente mussten erworben werden und zwar Trompeten, Hörner, Flügelhörner, Tenorhörner, Posaunen und Tuben. Auch entsprechende Notenbücher waren anzuschaffen und nicht zuletzt war ein Chorleiter als Ausbilder und Dirigent zu finden. Doch wer Pastor Sorge kannte, weiß, mit welchem Ehrgeiz, Elan und Durchsetzungsvermögen, aber auch mit welchem Organisation- und Improvisationstalent er eine Aufgabe anpackte und ihr zum Erfolg verhalf. Die Bläser oder Auszubildenden warb er in Gottesdiensten und im Konfirmandenunterricht, wobei er insbesondere auf Sesshaftigkeit achtete, denn seine Devise war: Ein Haus oder eine feste Arbeitsstelle in naher Umgebung waren garanten für langfristige Planung mit den Bläsern. Die benötigten Instrumente und Notenbücher wurden gekauft und sind Eigentum der Kirchengemeinde Eschershausen. Allerdings hatten auch etliche Bläser eigene Instrumente dabei. Die erforderlichen Finanzen wurden teilweise aus Spenden oder aus Kirchenmitteln (Fonds:Kirchenmusik) beigebracht. Auch ein Chorleiter wurde gefunden. Der Berufsmusiker Hermann Mönkemeier aus Eschershausen brachte alle Voraussetzungen mit, die Verantwortung für Ausbildung der Jugend am Instrument zu übernehmen und vor allem einen homogenen Chor aus Jung und Alt, aus ausgebildeten Bläsern und Anfängern zu formen. Ausbildungs- und Übungsstunden fanden zunächst im Kantorat der ev. Kirchengemeinde Eschershausen statt, auch in der Wohnung des Chorleiters Mönkemeier. Später wurden die Übungsabende im sog. Reichstagsgebäude der Gastwirtschaft Störmer in Holzen ( danach Bierstube Samsen) abgehalten. Erst durch den Um- und Anbau der Holzener Kapelle im Jahre 1960 stand ein Raum für kirchliche Gemeinschaften zur Verfügung, der bis zum heutigen Tag u.a. als Übungsraum für den Holzener Posaunenchor dient.
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Posaunenchor Holzen 1953 vordere Reihe, 2. von links: Dirigent Hermann Mönkemeier, rechts daneben:Pastor Karl Sorge
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Als die entscheidenen Vorarbeiten- durch Pastor Sorge und Chorleiter Mönkemeier an den maßgeblichen Stellen- erledigt waren, konnte im Jahre 1950 der Posaunenchor Holzen gegründet werden. Im gleichen Jahr waren bereits die ersten öffentlichen Auftritte. Einige Bläser aus der Gründungszeit, an die sich die heutigen älteren Bläser erinnern, waren u.a. natürlich Pastor Sorge und Chorleiter Mönkemeier, auch die Bläser Henkel, Klisch, Mohnkopf, Pokies, Wehn. Pastor Sorge hatte den Chor bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1971 weiterhin betreut und gefördert. Nach seiner Amtszeit waren verschiedene Pastoren für die Pfarrstelle II zuständig. Alle haben sich daher natürlich des Posaunenchores angenommen.Im einzelnen waren dies:
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Pastor Werner Gieseke 1971 - 1979
Pastor Wilfried Dörrie 1979 - 1983
Pastorin Almut Birkenstock-Koll 1983 - 1985
Pastor Thomas Müller 1986 - 1989
Pastor Holger Grünjes 1989 - 1992
Pastor Hansjörg Malitte 1993 - 2006
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Leider musste der Chorleiter Mönkemeier aus gesundheitlichen Gründen Anfang der 60er Jahre seine erfolgreiche Arbeit mit dem Chor beenden. Daraufhin erklärte sich das Chormitglied Eckhard Ende bereit, als ein junger und talentierter Bläser bekannt, die erforderlichen Chorleiterlehrgänge zu absolvieren. Er war bereits 1960 dem Holzener Chor als ausgebildeter Bläser beigetreten, als seine Eltern mit ihm aus Langwedel (Krs. Gifhorn) nach Eschershausen-Wickensen übersiedelten, um hier einen landwirtschaftlichen Hof zu übernehmen. Ab dem Jahr 1965 wurde dann der Chor von E. Ende übernommen und wird bis zum heutigem Tage von ihm geleitet. In dieser Zeit wurden durch ihn zahlreiche junge Leute an den verschiedenen Blechblasinstrumenten ausgebildet. Viele davon sind durch Schulausbildung, Studium, Arbeitsplatzwechsel, Heirat u. dgl. verzogen, so dass auch die Globalisierung mit entsprechenden Flexibilitätsanforderungen- besonders an die Jugend - dem Holzener Posaunenchor eine hohe Fluktuationsrate und erhebliche Nachwuchssorgen bereitete.
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Der Chor wurde natürlich nach seiner Gründung mehr und mehr gefordert. Dazu zählen insbesondere kirchliche Veranstaltungen wie Fest-, Dank-, Gedenk- und Trauergottesdienste. Beispiele dafür sind Weihnachten, Konfirmationen, Erntedankfest, Volkstrauertag und Beerdigungen. Aber auch Ständchen zu den verschiedensten Anlässen werden gern geblasen, z. B. zu grünen, silbernen und goldenen Hochzeiten, Jubiläen und Geburtstagen. Es wurden und werden kirchliche Großveranstaltungen wahrgenommen wie Zeltmissionen, Sprengel-, Landes- und Bundesposaunenfeste, wo sich teilweise bis zu 1000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland zusammenfinden, um Choräle, Intraden, Galliarden, Suiten und dgl. vorzutragen.
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Schon kurze Zeit nach der Gründung hat sich der Posaunenchor auch in der Gemeinde “nützlich gemacht “, wie beispielsweise durch das Kurrendeblasen während der Adventszeit, Seniorentreffen zu begleiten, bei Adventsblasen im Krankenhaus und Altenheim, auf dem Weihnachtsmarkt oder auf Basare, beim traditionellen Maibaumpflanzen in Holzen oder auch beim Kommers auf Holzener Zeltfesten. Natürlich dürfen die “internen Festlichkeiten” des Posaunenchores nicht unerwähnt bleiben : Theateraufführungen, Kegel- und Tanzabende, Weihnachtsfeiern, Braunkohlwanderungen und Kartoffelbraten mit allen Familienangehörigen, ob Groß oder Klein, haben den Chor mitgeprägt und maßgeblich zum Erhalt beigetragen. So sind Freundschaften entstanden, die bis in die heutige Zeit Bestand haben.
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Posaunenchor 2003
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Insbesondere durch dieses Zusammengehörigkeitsgefühl hat der Chor immerhin über 50 Jahre bestehen können. Das ist im Leben eines Chores eine lange Zeit. Wie im Leben jedes Einzelnen von uns gibt es darin Zeiten der Blüte und des Wohlergehens, gibt es aber auch Zeiten der Rückschläge und Enttäuschungen. Wenn eine Gemeinschaft allen diesen Schwankungen standhält und sich immer wieder behauptet, so ist das ein Zeichen ihrer Stärke und ihres soliden Fundamentes. Dazu gehört im besonderen Maße der Wille aller verantwortlichen Kirchen- und Kapellenvorstände im Kirchspiel Eschershausen und deren Pastoren, eine feste Institution, wie es der Posaunenchor Holzen in einem halben Jahrhundert vorgezeigt hat, zu erhalten und zu fördern.
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Nach dem die letzten Jahre der Nachwuchs weiterhin ausblieb, setzte sich ab 2004 Lars Böker ( übrigens bis dahin der letzte Nachwuchsbläser seit 1987) dafür ein, neue und ehemalige Bläser zu werben. Um Anfänger ausbilden zu können und gleichzeitig auch als zukünftiger Nachfolger des Chorleiters vorbereitet zu sein, absolvierte er eine Ausbildung zum Chorleiter in Hildesheim. Der Chor setzte sich von nun an neue Ziele. Neue Noten wurden angeschafft und das Gesamtrepertoire erneuert. Jeder einzelne Bläser bemühte sich, den Posaunenchor Holzen noch ansehnlicher zu machen um das Interesse für neue Nachwuchsbläser zu wecken.
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2005
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2007 übernimmt Lars Böker den von Frau Konnert jahrelang geleiteten Nachwuchsbläserchor in Eschershausen. Alle Nachwuchsbläser wurden von da an zentral in Eschershausen ausgebildet, bis sie Anfang 2008 dann in den Posaunenchor-Holzen integriert wurden.
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Nachwuchsbläser Eschershausen/Holzen 2007
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So kam es zu einem neuen Aufschwung des Posaunenchores der sich bis heute auch weiter fortsetzt. Im Januar 2009 wird Eckhard Ende offiziell als Chorleiter verabschiedet, bleibt dem Chor aber weiterhin als Bläser erhalten. Im Februar 2009 wird Lars Böker als nachfolgender Posaunenchorleiter eingeführt.
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Das Vermächtnis des Gründers Pastor Karl Sorge ist auf jeden Fall unbedingt erhaltenswert, um auch zukünftig zur Freude aller im Kirchspiel Eschershausen und der zugehörigen Gemeinde beizutragen. Das wünschen sich, ja erwarten die aktiven Bläserinnen und Bläser vom Posaunenchor Holzen!!!
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